Expertentum

4. Dezember 2010 - Schreibe eine Antwort

Die Presse zitiert ja gerne Experten. Und da machen sich gerade Professorentitel immer besonders gut.

Heute geht es in der Frankfurter Rundschau um Innocence in Danger und deren fragwürdige Transparenz mit Spendengeldern. Frau zu Guttenbergs Kaffekränzchen verweist auf ihren Jahresbericht, der bekanntlich fast gar keine Zahlen enthält.

Eine echte Jahresbilanz, oder konkrete Nachweise über die Verwendung des Spendengelds sucht man vergebens. „Hier fehlen jegliche Angaben zu den Verwaltungskosten, zum Spendenvolumen und zur Mittelverwendung“, sagt Lothar Schruff, Professor für Rechnungslegung an der Universität Göttingen.

Das hätte vermutlich der Journalist in 10 Minuten durch Lesen selbst herausfinden können, aber ein Professor der Rechnungslegung, das klingt doch gleich noch mal ganz anders.

Was erforscht man eigentlich so in der Rechnungslegung?

Zensieren? Ooh, darf ich auch??

19. August 2009 - Schreibe eine Antwort

Soso, seinen eigenen DNS-Sesolver betreiben soll also strafbar sein.

Wie ist das eigentlich, wenn ich einen guten Grund habe meinen eigenen DNS-Server aufzubauen (z.B. die immer mehr grassierende Unart, bei nicht existierenden Domains auf eine Werbeseite umzuleiten… das macht schließlich die ein oder andere Applikation kaputt)? Kann ich dann beim BKA anfragen und sie darum bitten, mir doch bitte auch die Zensurliste zu schicken, damit keine Pädophilen meinen Server „missbrauchen“ können?

Bitte jemand mal ausprobieren. Und wenn die dann die Liste tatsächlich überreichen sollten, naja, ihr wisst schon.

Behördenlogik

6. August 2009 - Schreibe eine Antwort

Aus den Kriterien der Scheinminderjährigkeit:

Erfasst werden auch rein fiktive jugendpornographische
Inhalte (z.B. Comic). Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht plausibel, dass dann, wenn
das dargestellte Geschehen real ist, die Darsteller(innen) auch Jugendliche sein müssen. Es
wäre widersinnig, wenn der Gesetzgeber bei Darstellungen eines realen Geschehens Per-
sonen verlangen würde, die tatsächlich Jugendliche sind, und bei fiktiven Darstellungen
schon jede Darstellung einer aus der Sicht des Betrachters jugendlichen Person ausreichen
lassen würde. Deshalb kann es nur so sein, dass beim wirklichen Geschehen auch die reale
Person nur aus der Sicht des Betrachters eine jugendliche Person sein muss.

„Wir haben Zeichnungen von Lisa Simpson in Reizunterwäsche verboten, deswegen müssen wir jetzt auch alle Pornodarsteller mit zu rundem Gesicht einsperren!“ Welche Drogen muss man nehmen, um das für vernünftige Argumentation zu halten??

Qualitätsjournalismus

7. Juli 2009 - Schreibe eine Antwort

Vorausgegangen war am Sonntag eine zunächst friedliche Demonstration von Uiguren in Ürümqi, der Hauptstadt Xinjiangs, sie sollen Passanten angegriffen haben.

Hä, was jetzt, liebe taz? Friedlich oder nicht?

Aua.

15. Juni 2009 - Schreibe eine Antwort

Aus einer Presseerklärung der CDU:

Die SPD wäre dadurch Gefahr gelaufen, Straftaten im Internet Vorschub zu leisten, von der Vergewaltigung und Erniedrigung kleiner Kinder bis hin zu Urheberrechtsverletzungen in breitestem Ausmaß

Ah ja. So sehen die das also. Kinder vergewaltigen, ja, das ist schlimm, aber Urheberrechtsverletzungen, das ist noch viel schlimmer! Wir brauchen die Zensur, sofort!

„Ja dann brauchen wir doch eigentlich gar keine Sperre?!?“

15. Juni 2009 - Schreibe eine Antwort

Die neue Kriminalstatistik der Polizei für 2008 ist da: http://www.bka.de/pks/zeitreihen/pdf/t01.pdf

Und siehe da, die meisten Fallzahlen bezüglich Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern zeigen einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr:

Die Anzahl der Straftaten 1433 “Besitz und Besitzverschaffung” (von Frau von der Leyen gerne mit Verbreitung verwechselt) hat sich von 8832 Fällen im Jahr 2007 auf 6707 Fälle im Jahr 2008 reduziert.

Die Verbreitung in bandenmäßigen Strukturen (der angebliche kommerzielle Markt?) hat sich im Jahr 2008 wieder auf auf 123 Fälle reduziert (von 347 im Jahr 2007 und 124 Fällen im Jahr 2006 [Ein schöner Zacken im Diagram: 124->347->123.. Ein Schelm wer böses dabei denkt.. Naja, die Definition bandenmäßigen Handelns hat ja auch einen gewissen Interpretationsspielraum]).

Die Summe der beiden Verbreitungsdelikte (1432 & 1434) ist mehr oder weniger konstant bei 2878 (nach 2872 im Jahr 2007 und 2897 im Jahr 2006 [hat die Polizei da ein Soll? .. ])

Am erfreulichsten ist folgender Fakt: trotz erhöhten Ermittlungsdruck sinkt die Fallzahl für die Straftat 1316 “schwerer sexueller Kindesmissbrauch zur Herstellung und Verbreitung” im Jahr 2008 auf 81 Fälle (von 103).

Die Anzahl der Straftaten “schwerer sexueller Missbrauch durch Vollzug des Beischlafs” (Vergewaltigung) ist im Jahr 2008 auf 81 Fälle gesunken (von 103 im Jahr 2007).

Auch gab es in Jahr 2008 keinen dokumentierten Fall “sexueller Kindesmissbrauch mit Todesfolge” (in 2007 gab es ja den spektakulären Fall mit dem Leipziger, der in Panik erst den Jungen und später sich selbst tötete [Straßenbahn]).

Ja, so ist das. „Stetiger Anstieg“ und „dringender Handlungsbedarf“ also? 111%?

*kopftisch*

2. Juni 2009 - Schreibe eine Antwort

Unser Sysadmin is ne Pfeife. Nachdem der Mailserver erst letztens mehrere Tage ausgefallen ist, bekommen jetzt alle Mails, die über das Webmail-Interface abgeschickt werden (die einzige Möglichkeit, Mails zu senden, weil SMTP von außerhalb des Hauses nicht angenommen wird), als Absenderadresse username@domain.tld. Dumm nur, dass unsere e-Mail-Adresse vorname.name@subdomain.domain.tld ist. Wenn jetzt irgendwo jemand auf „antworten“ klickt, kommt bei uns nichts an. Und diejenige Person bekommt nicht einmal eine Benachrichtigung, weil der Mailserver fröhlich Mails für username@domain.tld annimmt, und irgendwo ablegt, wo wir nicht rankommen.

Kann man nur hoffen, dass es nicht /dev/null ist.

Belangloses.

31. Mai 2009 - Schreibe eine Antwort

Werder ist übrigens DFB-Pokalsieger. Na wenigstens noch etwas gutgegangen diese Saison. Passenderweise habe ich grade einen Werder-Anstecker auf der Straße gefunden. Hab ja sonst keine Fan-Objekte…

Ganz groß, bildblog. Ganz großer Griff ins Klo.

31. Mai 2009 - Schreibe eine Antwort

So. Bildblog hat sich heute mal netzeitung.de angenommen. Vorab: ich kenne netzeitung nicht, weiß nicht wie die sonst so berichten. Aber das hier hat mich dann doch sehr verwundert:

Und dass man staatlich verbotene Neonazis als „gar nicht mal unwitzig“ bezeichnet, das lässt uns dann so sprachlos zurück, dass uns beim besten Willen kein witziger Abschluss-Satz mehr einfällt.

Achso. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir Neonazis das Recht zugestehen würden, lustig zu sein. Dabei weiß doch jeder, dass sowohl Pressekodex als auch unser Grundgesetz besagen, dass man kein positives Wort über Neonazis verlautbaren darf! Sparen Sie sich ihre differenzierte Berichterstattung bitte für Promis, Mörder und Kinderschänder! Die haben im gegensatz zu Neonazis nämlich noch eine Menschenwürde.

Ganz ehrlich: Ich mag Neonazis auch nicht. Mich stört es auch nicht sonderlich dass sie verboten werden, selbst wenn ich der Meinung bin, dass das ein Holzweg ist: es misst ihnen eine Bedeutung bei, die sie nicht haben. Für solche Leute gebe ich ungern meine Meinungsfreiheit her. Es gibt Leute die viel mehr Unheil anrichten und wir verbieten ihnen nicht den Mund.

Aber sich darüber aufzuregen, dass man diesen Menschen möglicherweise noch ein Quäntchen Humor zusprechen könnte – damit reihen Sie sich ein zwischen Zensursula von der Leyen, die es „Unterirdisch“ findet, wenn man ihre Pläne kritisiert, und Herr von und zu Guttenberg, der ganz betroffen ist vor Ahnungslosigkeit. Herzlichen Glückwunsch.

Hallo!

31. Mai 2009 - Schreibe eine Antwort

Tja, und heute war dann die kritische Masse erreicht, und ich dachte mir ich bräuchte mal einen deutschen Blog. (Normalerweise schreibe ich auf Englisch, und eher über so was.) Liest bestimmt wieder kein Schwein!

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